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Die Geschichte der Familie Ziegler


Die Namenslinie Ziegler ist bis in das 16.Jahrhundert nach Thüringen zu verfolgen. Dort heiratete am 20.1.1585 wahrscheinlich in Oepfershausen Michel Ziegler * um 1560 seine Ehefrau Else Luther * um 1565. Eine Verbindung zu Martin Luther besteht wahrscheinlich nicht, da Else in den bisherigen Forschungen über die Verwandtschaft und Nachkommenschaft des Reformators nicht aufgeführt wird. Deren Sohn Heinrich Ziegler *1592 zog vor 1629 nach Schmalkalden, wo 1629 dessen Sohn Balthasar geboren wurde. Der wiederum heiratete 1654 nach Ruhla im Thüringer Wald, wo Nachkommen der Familie bis heute ansässig blieben.

Über die Berufe der ersten Zieglers ist nichts bekannt. Erst von Balthasar Ziegler *1629 wissen wir, dass er Messerbeschaler war: er stellte die Messerhefte her. Diesen und verwandte Berufe übten auch die nachkommenden Generationen der Zieglers aus. Das war für diese Landschaft typisch: nachdem der Eisenerzabbau in der weiteren Umgebung von Eisenach zurückgegangen war, verlegten sich viele Familien auf die Verarbeitung von Kleineisengeräten wie Messern und Beschlägen. Als im 18. Jh. Die Bedingungen für das Messerschmiedehandwerk noch schlechter wurden, nutzte Severus Ziegler *1747 eine neue Handwerkliche Niesche: das Tabakrauchen gewann mehr und mehr Anhänger, der Bedarf an Pfeifen stieg. Er gründete 1767 die Fa. "Gebrüder Ziegler" in Ruhla (siehe Die Pfeifenmacherfirma "Gebr. Ziegler" in Ruhla). Dieses Unternehmen produzierte in Ruhla bis 1961 Pfeifen.

Dass Severus Ziegler nicht mehr nur Handwerker war, sondern auch Kaufmann, kam dem Aufschwung seiner Firma zugute. Er war auch Herzogl. Weimar. Hofagent: Er war Hofbeamter, dem der Einkauf der Waren für die Hofhaltung des Herzogs von Weimar oblag. Sein Sohn Georg Otto *1771 übernahm offenbar dieses Amt am Hofe des Großherzogtums Sachsen-Weimar (Grh. Sächs. Weimar. Hofagent).

Theodor Wilhelm Ottokar Ziegler wurde 1829 in Ruhla als Sohn von Georg Otto und seiner Frau Sophie geb. Schellhas geboren. Er heiratete 1865 in Magdeburg die Hedwig Wagenführ. Da der Sohn Franz Georg Ottokar 1869 noch in Ruhla geboren wurde, zog die Familie wohl erst nach 1869 nach Magdeburg. Hedwigs Vorfahren mütterlicherseits, die Vorfahren der Caroline Crémer hatten ihre Wurzeln im Raum Mainz. Ihr Vater Franz Heinrich Crémer stammte von dort, wo sein Vater Kaufmann war. Mit der französischen Okkupation im Jahre 1806 kam er als französischer Offizier nach Magdeburg. Weil er wohl wegen einer Verwundung kriegsunfähig geworden war, wurde er vom französischen Gouvernement als Hypothekenbewahrer beim Oberlandesgericht zu Magdeburg angestellt und verblieb in dieser Stellung als preußischer Beamter, als die Provinz Sachsen und damit auch Magdeburg von Preußen nach der Vertreibung der Franzosen 1813 wieder in Besitz genommen wurde. Er heiratete dann die Tochter Maria Catharina Louise des Steuerinspektors Bonfeld zu Magdeburg. Dieser Ehe entstammten zwei Söhne und sieben Töchter.

Hedwigs Vater Johann Jakob Wagenführ *1794 stammte aus einer Kaufmannsfamilie. Er hatte ein bedeutendes Eisengeschäft unter der Firma Hamann & Wagenführ in Magdeburg und gründete 1842 das Eisenwerk Tangerhütte, dem die gleichnamige Stadt Ihren Namen verdankt (siehe Die Familie Wagenführ und die Tangerhütte ). Dieses Werk existiert noch heute. Dieses Umfeld verhalf Ottokar vermutlich bei der Gründung oder dem Kauf des Bankhauses "Ziegler & Koch" 1857. So ist in der Ziegler-Chronik angemerkt: "Bankier in Magdeburg mit ... Wagenführ". Aus einem Foto ist die Ziegler-Bank als "Bank- & Wechsel-Geschäft Ziegler & Koch" in Breiter Weg 150, Magdeburg abgebildet. Dass er ein erfolgreicher Geschäftsmann war, können wir daraus schließen, dass er Kommerzienrat war. Dieser Ehrentitel wurde im Deutschen Reich bis 1919 an Persönlichkeiten der Wirtschaft verliehen. Zieglers Bankhaus ging in der Weltwirtschaftskrise 1929 zugrunde.

Ottokars Sohn Eugen Louis Alexander Ziegler wurde 1873 in Magdeburg geboren und wuchs dort auf. Er heiratete dort 1906 die deutlich jüngere Gertrud Hoffmann, * 1887 in Magdeburg. Auch sie stammte aus einer Kaufmannsfamilie: ihr Vater Paul Hoffmann *1854 war Kaufmann, ihre Mutter stammte aus dem Hause des Eisengroßhändlers Rudolf Schmidt *1837, von dessen prächig-großem Haus uns noch ein Bild vorliegt. Auch über diese Linie kommen die ursprünglich Mainzer Crémers in die Linie Ziegler: Clara Crémer eine Schwester der o. a. Caroline Crémer heiratete den Kaufmann Carl Ludwig Lang *1809, den Vater von Rudolf Schmidts Ehefrau Clara Pauline Lang *1847. Carl Ludwig Lang war von Anfang an in dem Geschäft Johann Jakob Wagenführs gewesen und schließlich als Teilhaber dort eingetreten. Später hat Lang das Wagenführsche Geschäft selbstständig übernommen und ist ein sehr reicher Mann geworden. Rudolfs Mutter Elisabeth Kohlmann *1810 stammte aus einer alten Quedlinburger Handwerkerfamilie. Ihr Vater war Kammmacher, dessen Vorfahren über mehrere Generationen Nadler, also Hersteller von Nadeln. Diese Familie ist in Quedlinburg bis in das 16. Jahrhundert zurückzuverfolgen.

Eugen Ziegler studierte Landwirtschaft. Er pachtete um 1906 in der Uckermark die Königliche Domäne Amt Grimnitz. Der Ort Grimnitz war der Domäne angegliedert, so dass der Domänenpächter gleichzeitig Amtsträger des Ortes war. So ist Eugen Zieglers Amtsbezeichnung Königlicher Oberamtmann zu verstehen, mit der er auch in Niekammers Güter-Adressbuch Brandenburg (1907) als Pächter der Königlichen Domäne Amt Grimnitz angegeben. Diese Domäne erbrachte einen Grundsteuer-Reinertrag von 7742 Mark. Sie hatte insgesamt 526 ha Land, davon 342 ha Acker incl. Gärten, 39 ha Wiesen, 65 ha Weiden und 30 ha Unland, Hofräume und Wege. Der Viehstand hatte 36 Pferde, 84 St. Rindvieh, davon 66 Kühe, 790 Schafe und 23 Schweine. Der Fernsprechanschluß war Joachimsthal U.-M. 6. Die nächste Einsenbahnstation war 4 km entfern in Alt-Hüttendorf. Die Post- und Telegraphenstation war 5 km entfernt in Groß Ziethen. Grimnitz gehörte zum ev. Kirchspiel Joachimsthal, zum Standesamts- und zum Stadt- bzw. Amtsbezirk Amt Grimnitz und zum Amtsgerichtssitz Eberswalde.




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